Führung in der Krise - wie innovativ sind deine Netzwerke?

​Wenn Sie mal fünf Personen benennen sollten, auf die Sie als Unternehmer, als Manager, als Führungskraft, als Selbstständiger wirklich hören, sowie weitere fünf Personen, deren Rat Ihnen wichtig ist - dann schreiben Sie diese zehn Personen bitte auf. Auf einen Zettel. Und lesen jetzt erst wieder weiter, wenn Sie das getan haben.

 

Nein, nicht auf die nächste Aufgabe gucken....

 

So, jetzt nehmen Sie sich bitte mal diese Liste vor und schreiben Sie dahinter, wie viele Jahre diese Person schon zu ihrem Netzwerk gehört hat bzw. wie lange diese Person schon Ihre Vertrauensperson ist in Führungs- und Unternehmensfragen. Grobe Angaben reichen. In Jahren.

 

Nun zählen Sie bitte, wie viele Personen sich auf Ihrem Zettel befinden mit der Angabe "Weniger als 1 Jahr", wie viele sich im Zeitraum 2-5 Jahre befinden und wie viele Sie in einem Zeitraum über 5 einordnen, zuletzt wie viele in einem Zeitraum über 10 zu finden sind.

 

So, nun haben wir die Ausgangslage für diesen Blog, in dem ich die Frage stelle: Stimmen Ihre Netzwerke noch? Sind diese frisch und innovativ genug, um Ihnen ständig neue Gedanken zu zu spülen? Hast du das Gefühl, du bist mit diesem Netzwerk auf der Höhe der Zeit? Kannst du in dem Umfeld, in dem du dich bewegst, disruptiv und "out of the box" denken? Oder sind deine Netzwerke überaltert? Haben sie Rost angesetzt? Sind es vielleicht interessante Gespräche, die du mit ihnen führst, sie dir aber nicht die Impulse geben, die dich aus deinen eigenen Denkschablonen befreien?

 

Warum stelle ich diese Frage? Warum ist sie wichtig? Weil viele Netzwerke von Führungskräften hoffnungslos überaltert sind, weil sie, von Abteilungsleitern bis hoch in die Geschäftsleitung, sich über Jahre ihre eigene Filterblasen geformt haben, in denen man sich gegenseitig bestätigt, in denen die notwendige Innovation aber hoffnungslos abstirbt. Beispiele? Gerne.

 

Der Geschäftsführer, der mich auf seine "buddies" im Golfclub verweist, seit fünf Jahren derselbe Flight, anregende Gespräche. Der Vorstandsvorsitzende, der mir stolz verkündet: Seine Frau sei sein bester Ratgeber. Mit dieser Frau lebt er seit über 30 Jahren zusammen. Zitiert werden Menschen aus Studienzeiten, wo wir uns in schlagenden Verbindungen Ohre abgeschnitten, unseren Kontakt mit unseren Verbindungsbrüdern aber bis heute gehalten haben. Baden-Badener Unternehmergespräche, aus denen die Führungszirkel der neuen Welt hervorgehen sollen. Verbände, Netzwerke, in denen ich seit Jahren Mitglied bin, gerne Quick Lunches mitnehme oder supergewaltige Jahresfeiern, die sich als Zukunfts-Veranstaltungen tarnen, bei denen ich aber vorab dafür sorge, dass ich mit guten Freunden an einem Tisch des Abends sitzen darf.

 

Selbst im business socializing reproduziert sich dieses Muster. Mein mentaler Kompass als Führungskraft sucht immer die alten Freunde, er sucht nie die spannenden und neuen Persönlichkeiten, von startups, Künstlern, Denkern, ausgflippten Menschen, die mich gedanklich weiterbringen könnten - auch wenn ich nicht allem folgen muss, was sie sagen und tun. Es sei denn, sie werden als Gaukler in einen Abend eingeladen, als Querdenker vermarktet, als völliger Chaos-Kopf breitwandbildig gefeiert, der dann freilich, wenn die Elite wieder unter sich ist, auch bald den Raum verlassen muss.

 

Ich bin in meiner beruflichen Laufbahn wirklich kein Vorbild gewesen. Ich bin den Insignien der geschlossenen Zirkel, der mentalen Macht-Hochburgen genauso gefolgt wie tausende andere auch. Ich sehe erst heute, wie mir diese Filterblase, dieses Gefängnis der altvorderen und immer gleichen Gedanken, den Weg zur Zukunft verbaut hat. Nicht mehr mitzubekommen, was anderswo längst gedacht, entwickelt, vorbereitet wird - das ist das schlimmste, was einer Führungskraft passieren kann. Ich bin seitdem in neuen Netzwerken, der Singularity University von Google, dem Netzwerk 1E9 in Deutschland, das mir exzellente neue Impulse liefert. Bei Fraunhofer, der wohl exzellentesten  Forschungsstation in unserem Land. In weltweite Denker-Netzwerke in Afrika, China und Norwegen versuche ich mich derzeit einzuloggen.

 

Ich weiß, dass ich mein Wissens- und Innovationsnetzwerk völlig neu aufbauen muss. Dass alle, die mich jahrelang mit ihren Erfahrungen begleitet und beraten haben, nur genauso denken wie ich.

 

Ich verjünge mich durch meine Netzwerke und hoffe, dass du selber deinem Golf-Buddie sagst, dass du gerne am 18. Loch mit einem Bo

 

gie gegen ihn verlierst, ihn aber fragst: "Stimmen deine Netzwerke noch?"

 

Beste Grüße

Klaus-Ulrich

 

 

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